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Willkommen auf der Seite der antinationalen Kampagne des »…ums Ganze!« Bündnis gegen das Superjubiläumsjahr 2009!

Unter dem Motto »Einheit und Freiheit« feiert Deutschland 60 Jahre BRD, 20 Jahre Mauerfall und natürlich sich selbst: als geeinte Jubelnation. Was dagegen spricht? So ziemlich alles. Deswegen zielen unsere Kritik und Aktionen aufs Ganze: Kapitalismus, Staat und Nation gehören abgeschafft. Die bundesweite Kampagne richtet sich gegen die Herrschaft der falschen Freiheit. Denn Freiheit kann es nur eine geben und die heißt: Kommunismus. Weiterlesen

Berlin: Workshop-Tag zu Scheitern und Zukunft des Kommunismus

PlakatGemeinsam mit dem Berliner Bündnis gegen die Wendefeierlichkeiten

Samstag, 31.10., 10 bis 22 Uhr
HU Berlin, Dorotheenstr. 24 (Hegelgebäude/1.604/1.605/1.606/1.607/HS1.101 und Hauptgebäude/HS2072)

Geplant ist, an einem Tag mit verschiedenen antinationalen und linksradikalen Gruppen des Berliner Bündnisses gegen die Wendefeierlichkeiten das Scheitern des Realsozialismus und die Zukunft des Kommunismus zu diskutieren. Einen zweiten Schwerpunkt bildet am Nachmittag der (deutsche) Nationalismus in seinen ideologischen Formen und die anstehenden Gedenkfeierlichkeiten zu 20 Jahre Mauerfall am 9. November 2009.
Es wird mehrere Workshops geben von unterschiedlichen Gruppen und zwischendurch zwei Workshops im Plenum. Eingeladen sind unter anderem Dr. Renate Hürtgen (Mitbegründerin der Initiative Unabhängige Gewerkschaften in der DDR 1989) und Bernd Gehrke (Mitbegründer der “Vereinigten Linken”, VL). Die Teilnahme ist kostenlos. Kaffee und Brötchen sind da.

Zeitplan:

10.30-11.00
Begrüßung, Vorstellung des Berliner Bündnisses gegen die Wendefeierlichkeiten und der Workshops

11.00-14.00 Workshop-Phase1
Realsozialismus: Scheitern und Zukunft des Kommunismus

Workshop 1:
Die schlechte Kapitalismuskritik der Realsozialist_innen (jimmy boyle)
Um zu beklagen, dass der Kapitalismus “ungerecht” sei und die Verteilung des Reichtums nicht korrekt ist, dafür muss mensch keine Marxist-Leninistin sein. Die kommunistischen Parteien diesen Schlages haben aus dieser Kritik allerdings den Schluss gezogen, dass eine Revolution fällig sei und wo sie konnten eine Ökonomie neuen Typs eingerichtet, die weder Plan noch Markt war. Auf diesem Workshop sollen diese Formen der Kapitalismuskritik diskutiert werden und gezeigt werden, wie sie die Grundlage für die eigenartige Ökonomie der Ostblockländer waren.

Workshop 2:
Wie organisiert man Kommunismus? (TOP)

Workshop 3:
War mit den Deutschen nach 1945 überhaupt noch Sozialismus zu machen, oder hätte sich die SED ein anderes Volk wählen sollen? (Internationale KommunistInnen)
Wir wollen darüber diskutieren, ob es nur an der falschen Politik der SED lag, dass der Sozialismusversuch der DDR scheiterte, oder ob es in Deutschland wenige Jahre nach der Zerschlagung des NS-Regimes durch die Alliierten überhaupt Voraussetzungen für eine sozialistische Entwicklung gab. Außerdem spielen für uns die Erfahrungen aus dem Scheitern der Oktoberrevolution in Russland und die Politik des Stalinismus eine zentrale Rolle bei der Einschätzung des Charakters der DDR und der Sozialismusvorstellungen der SED.

Workshop 4:
Die Assoziation freier Produzenten (paeris)
Das Ziel ist klar: der Verein freier Menschen, und die konkrete Ausgestaltung der Gesellschaft wird sich aus dem historischen Prozeß ergeben. Auf den Verlauf der Geschichte zu vertrauen ist riskant angesichts der Erfahrungen des real existierenden Sozialismus, fanden die holländischen Rätekommunisten 1930. Um das Umschlagen in neuerliche Herrschaft zu vermeiden, sollte man sich Gedanken machen, nach welchen Prinzipien eine befreite Gesellschaft organisiert werden kann. Ihr Vorschlag ersetzt politische Entscheidungen durch ökonomische Sachlogik
und eine radikale Selbstverwaltung der Betriebe. Können politische Entscheidungen damit tatsächlich vermieden werden, und falls ja: Ist das eigentlich wünschenswert? Oder müssen nicht immer auch politische Entscheidungen getroffen werden, so dass man sich fragen muss, innerhalb welcher Strukturen solche Entscheidungsprozesse öglichst herrschaftsfrei stattfinden können?

Workshop 5:
Krieg dem Deutschen Kunst! Zum aktuellen Umgang mit deutscher Geschichte in der Kunst. (Rosa Perutz)
Seit dem 3.Oktober ist im Deutschen Historischen Museum die Ausstellung “Kunst und Kalter Krieg - Deutsche Positionen 1945-89″ zu bewundern. In ihr hat Kurator Eckhardt Gillen, der zuletzt mit der Ausstellung “Deutschlandbilder” (1998, Berlin) nach dem suchte, was wirklich deutsch ist in der Kunst, gemeinsam mit der gleich gesinnten Stephanie Barron (Lacma,LA) sein Ziel erreicht: die Einhegung künstlerischer Arbeit aus Ost und West als Ausdruck des deutschen Geistes, dessen fortgesetzte Brüderlichkeit, die nur von einer soziologoschen Nebensächlichkeit, dem bösen, Kalten Krieg überschattet wurde. Im Unterscheid zur Bildzeitungsausstellung “60 Jahre,60 Werke” wird diese Austellung vom deutschen Feuilleton hoch gelobt und als kritische Rekonstruktion einer deutsch-deutschen Kunstgeschichte gewürdigt. Um so interessanter ist sie für Rosa, die im Workshop gemeinsam fragen will: Wie wird in der Kunst die nationale Einheitsgeschichte durch die Systemoppositionen hindurch rekonstruiert? Was unterschlägt, verleugnet oder transformiert diese Rekonstruktion? Welche Funktion bekommt die Kunst in dieser Rekonstruktion der Nation zugemessen? Was bedeutet das für unsere Auseinandersetzung mit Kunst - und mit dem gegenwärtigen deutschen Nationalismus überhaupt? Und wie lässt sich die Nationalisierung der Kunst Geschichte und Gegenwart praktisch und theoretisch bekämpfen? Wie lassen sich Angriffe gegen das Deutsche in der Kunst kollektiv herstellen?

14.00-14.15 Pause

14.15-16.00 Das Produktionsregime in der DDR und die Folgen für die Arbeiter.
Diskussion mit Renate Hürtgen (Moderation: TOP)

16.00-16.30 Pause

16.30- 19.30 Workshop-Phase 2
Nationalismus und Angriff auf die Gedenkfeierlichkeiten

Workshop 1
Der historische Materialismus – eine antirevolutionäre Revolutionstheorie (jimmy boyle)
Der historische Materialismus ist ein wesentlicher Grundzug marxistisch-leninistischer Vorstellungen. Die Kritik desselben erhellt manche Ekligkeit der realsozialistischen Praxis und ist daher Bestandteil der Antwort auf die Frage, wie der Kommunismus so auf den Hund kommen konnte.

Workshop 2
DDR im Gedenk-Nationalismus der Berliner Republik (TOP)
Die Staatsideologie der Berliner Republik entwickelt sich in Abgrenzung zum Nationalsozialismus und zum Realsozialismus. Nach anfänglichen Widerständen wurde der NS produktiv ins nationale Selbstbild integriert. Deutschland wurde Aufarbeitungsweltmeister. Die DDR wurde zwar immer wieder als “zweite deutsche Diktatur” etc. mit dem NS gleichgesetzt. Doch erst jetzt, zum 20. Jahrestag des Mauerfalls, zeichnet sich eine geschichtspolitisch vergleichbar produktive Aneignung des Realsozialismus ab: Die Mythisierung der ‘friedlichen Revolution’ macht Deutschland nachträglich zur revolutionären Demokratie. Auf Grundlage der staatlichen Anerkennung des ‘Zivilisationsbruchs’ Auschwitz wird so eine Neuaneignung der Vergangenheit als Nationalgeschichte möglich. Sie erscheint als Vorgeschichte eines nun endlich freien und geeinten Deutschland. Der Workshop zeichnet die wichtigsten Stationen und Kontroversen dieser nationalideologischen Sinnstiftung seit 1989 nach, und problematisiert sie als ideologischen Kitt einer falschen Freiheit. Gemeisam mit den Teilnehmenden sollen linksradikale Strategien zum Umgang mit dieser neuen deutschen Ideologie gesucht werden.

Workshop 3
„Die Verteidigung der Heimat ist das höchste Gut des Lebens“ – Der real
existierende Nationalismus (jimmy boyle)

Das Zitat aus der Pravda von 1934 ist keineswegs ein Ausrutscher der sowjetischen Parteipresse aus den stalinistischen 1930er Jahren, sondern die Bolschewiki kannten durchaus seit ihrer Gründung einen guten, ja gar vernünftigen Nationalismus, nämlich denjenigen, der der „Sache“ nützt. In dieser Allgemeinheit sind sie sich mit dem „bourgeoisen“ Nationalismus sehr einig, der von den Bolschewiki auch nur dafür kritisiert wird, dass er „bourgeois“ ist. In diesem Workshop sollen anhand ausgewählter Zitate von Lenin die Vorstellungen zu Nationalismus und seinen Leistungen entwickelt und kritisiert werden.

Workshop 4
“Von zehntausend Antifaschisten, die es in Nazideutschland gegeben
haben mag, lebten allein acht Millionen in der DDR.” (Jurek Becker)
Workshop zu Antisemitismus in der DDR (AK Stalin hat uns das Herz gebrochen, NFJ Berlin)

Spätestens seit der Ausstellung, mit der die Amadeu-Antonio-Stiftung im letzten Jahr den Antisemitismus in der DDR öffentlich kritisierte, kann niemand, auch nicht aus der Linken, mehr behaupten, es hätte “das” in der DDR nicht gegeben. Im Mainstream-Geschichtsdiskurs der BRD kommt das Bild der DDR als antisemitischer Staat gut an. Schließlich eignet sich das Thema hervorragend, um antikommunistische Positionen zu rechtfertigen. So können die Freund_innen der deutschen Nation auch noch bequem in totalitarismustheoretischer Manier den Nationalsozialismus relativieren und die BRD - jetzt als “wiedervereinigtes” Deutschland - abfeiern. Aber auch in Teilen der Linken, wird sich nur selten die Mühe gemacht, einen differenzierteren Blick auf die verschiedenen Erscheinungsformen des Antisemitismus in der Politik der SED, aber auch in der DDR-Bevölkerung zu wagen. Im Rahmen des Workshops wollen wir anhand von Thesen diese verschiedene Aspekte diskutieren.

Workshop 5
Krieg dem Deutschen Kunst! Zum aktuellen Umgang mit deutscher Geschichte in der Kunst. Teil2
(Rosa Perutz)

19.30-20.00 Pause

20.00-22.00 Fragen an Bernd Gehrke (Moderation: Internationale KommunstInnen)
Bernd Gehrke kämpfte im Herbst 1989 als linker DDR-Oppositioneller in der “Vereinigten Linken” (VL) für Demokratie und Sozialismus in der DDR und nicht für einen Anschluss an die BRD kämpfte. Welchen Rückhalt hatte eine solche Position vor dem Mauerfall in der Bevölkerung? War es nur die Hoffnung auf die DM, die solche Vorstellungen in der DDR marginalisierte oder bestanden von Anfang llusionen über die DDR-Bevölkerung? Bestanden Kontakte zur Westlinken? Gab es auch unter den DDR-Linken Diskussionen Nationalismus und Rassismus, wie sie vor 20 Jahren in Westlinken geführt wurden? Das sind einige der Fragen, die wir mit Bernd Gehrke diskutieren wollen.

(Für die Vorstellung der Workshops sind die Parteien selbst verantwortlich.)

Anmeldungen zum Workshoptag an mail[at]top-berlin.net

Das Berliner Bündnis sind:
Antifaschistische Initiative Moabit (AIM)
Internationale Kommunistinnen Berlin
Antifaschistische SchülerInnen Vernetzung (ASV)
Autonome Neukölner Antifa (ANA)
jimmy boyle
NaturfreundeJugend Berlin
North-East-Antifascists (NEA)
nevergoinghome
[paeris]
RASH Berlin-Brandenburg
Rosa Perutz
TOP B3rlin